Mittwoch, 4. Mai 2016

BARCELONA RUNS

Die Wolken hängen tief über Barcelona, wie schon die letzten zwei Tage. Wir sitzen verschlafen beim Frühstück und schaufeln uns die Schale Joghurt und Obst rein, welche wohl definitiv zu unserem Standard Frühstück werden wird die nächsten Tage. Währenddessen füllt sich die Hostel Küche langsam mit den typischen Gestalten, die man eigentlich in jedem Hostel antrifft. Dem einen Kerl, der gestern einen über den Durst getrunken hat, aber jetzt schon zeitig aufstehen muss weil er heute ausschecken muss. Dann haben wir den typischen Ich-will-alles-sehen Reisenden, in diesem Fall eine Frau die sich gedankenlos ihr Brot in den Mund stopft während sie aufmerksam den Stadtplan studiert und sich Kreuzchen macht. Daneben eine Gruppe von Jungs und Mädchen, die Art von Leute die in ein Hostel kommen und gefühlt nach einer Sekunde schon jeden kennen und super kommunikativ sind, weil sie sowieso alle alleine reisen. Und dann sitzen wir da, total müde und verschlafen wechseln dennoch ein paar Worte mit Alex, dem 50 Jährigen Kanadier dem es in Kanada einfach zu langweilig war.
 Ein bisschen niedergeschlagen von dem schlechten Wetter entscheiden wir uns eine Runde Laufen zu gehen, um noch ein bisschen mehr von der Umgebung zu sehen. Zugegeben, meine Motivation hält sich bei dem Wetter ziemlich Grenzen aber ich ahne schon das uns das Laufen gut tun wird. Die Treppen vom Schlafsaal runter, raus aus der Tür direkt auf die wunderschöne Straße unseres Hostels. Wir gehen ein paar Minuten langsam durch die Gassen während Google uns versucht den Weg zum Park zu zeigen. Und da liegt er auf einmal vor uns, ein riesiger Triumph Bogen als Eingang zur Grünfläche. Ein kurzer Blickwechsel genügt und schon befinden sich unsere Headsets in den Ohren und unsere Füße lösen sich von dem Asphalt. Wir laufen durch riesengroße Seifenblasen entlang an den aufgereihten Palmen am Wegesrand. Hinten rechts macht eine kleine Gruppe Yoga, während uns frontal mehrere Frauen mit Kinderwägen entgegen kommen. Mit jedem einzelnen Schritt fällt die Müdigkeit von uns ab und es genügt wieder nur ein Blick als wir vor dem wunderschönen Gebäude mitten im Park stehen. Ein Blick um genau zu wissen, dass wir beide die vielen Treppen zum Ausichtsplatz des Gebäudes hochlaufen wollen. Also sprinten wir, nehmen nicht nur eine Stufe sondern zwei. Keuchen nicht sondern lachen laut. Spüren gar nicht wie sehr wie schwitzen, sondern genießen die kleinen Wasserperlen die von dem Springbrunnen auf unsere Haut spritzen. Erneut treffen sich unsere Blicke und ich sehe das Leuchten in den Augen, und genau das ist das Gefühl für das ich mich jedes mal in meine Laufschuhe schmeiße, das Gefühl von Leichtigkeit. Die sommerlichen Gittarenklänge auf den Ohren runden den perfekten Moment ab. Einzig und allein durch den unglaublichen Geruch der rosanen Blüten an den Bäumen kurze Zeit später im Park kann alles getoppt werden. Also rennen wir weiter, über Stock und Stein, von Waldboden zurück auf den Asphalt. Vorbei an unzähligen Bäckerrein, Obstläden und kleinen Tapas Bars bis wir wieder vor unserem Hostel stehen. "Ich hätte bis zum Mond laufen können!", sagt sie und ich sehe wie ihre Augen immer noch leuchten. "Geht mir genau so.", erwidere ich und kann den Geruch der Blumen förmlich noch riechen. 


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Sonntag, 13. März 2016

HOW TO INTERRAIL #LAFILLEONTOUR

Australien, Neuseeland, Amerika, Thailand. Das sind so die Orte an denen sich ein Großteil meiner Freunde immer noch befindet. Nach dem Abi erstmal weg, dass stand für die meisten von uns fest. Da ich aber wirklich kein Freund vom Fliegen bin, und mein Budget auch ziemlich begrenzt war habe ich nach anderen Möglichkeiten gesucht und bin auf Interrail gestoßen. Habe viel nach Erfahrungsberichten gesucht aber eher wenige gefunden - deswegen schreib ich jetzt selber einen in der Hoffnung ein paar von euch wird es helfen uuuuund vor allem um zu zeigen, dass es nicht immer gleich ein anderer Kontinent seien muss. Um nicht auf die allgemeinen Sachen eingehen zu müssen hier der Link zur INTERRAIL Seite, da könnt ihr alles allgemeine nachlesen (Was ist Interrail, Wie funktioniert es, welche Länder machen mit ect.)

Wie viel Geld hat das Ticket gekostet? Und wie viel Geld hast du für die gesamte Reise ausgegeben?

Ich habe mich für das 4 Wochen Ticket entschieden, was 480 Euro gekostet hat. Wichtig ist aber zu erwähnen, dass ich Größtenteils in Osteuropa rumgereist bin. In Ländern wie Italien, Frankreich, Portugal und Spanien kommen schnell Extrakosten pro Zugfahrt hinzu da man seinen Platz reservieren muss. Insgesamt habe ich für die ganzen 4 Wochen inklusive Ticket gut 1.100 Euro ausgegeben. Ich weiß es aber um ehrlich zu sein auch nicht mehr ganz genau. Grundsätzlich war ich auch nicht unglaublich sparsam,  habe natürlich auch mal was an Kleidung gekauft und mir schon auch was gegönnt. Allerdings haben wir immer ziemliche günstige Unterkünfte gehabt und sind wenig Essen gegangen. Man kann denke ich bestimmt auch noch mit etwas weniger aus kommen - kommt auch total drauf an welche Länder man bereist.

Was hattest du alles in deinem Rucksack?

Oha, ich glaub alleine dafür könnte ich nochmal einen ganz neuen Post schreiben. Aber hier die wichtigsten Sachen: bequeme Sportschuhe (ihr lauft viel, super viel. Da muss man auf Aussehen mal scheißen und den Komfort wählen - bei mir waren es dicke fette rosa/weiße Jogging Schuhe. RIP meine Babys!)Und einmal Sandalen, Füße brauchen schließlich auch mal Luft. Außerdem Gefühlte 1000 Gefrierbeutel (Meine Mum schwört auf die Dinger, weil sie durchsichtig sieht und man sofort sieht wo was ist). Eine Taschenlampe - hat uns im Zelt echt gerettet so als "Deckenbeleuchtung". Minimum an Schminke (die meisten Sachen gehen eh kaputt). Ein "heute-mach-ich-mich-schön-Outfit". Das braucht man auch, weil man die meiste Zeit eher praktisch rumläuft und sich nicht sonderlich schön fühlt haha. Da kann man sowas mal echt gebrauchen zwischendurch. Und natürlich einen kleinen Notkoffer mit Pflastern, IBU (Der Kater erwischt dich überall), Zeckenzange, Vitaminen Blabla. 
Grundsätzlich haben meine Klamotten aber 70% des Rucksacks eingenommen haha. 

Bin ich alleine gereist?

Nein. Ich habe lange überlegt ob ich alleine reisen soll, denn die meisten meiner Freunde hatten keine Lust oder hatten schon andere Pläne. Da stand ich also habe trotzdem erstmal allen erzählt, dass ich im Sommer Interrail machen werde ohne eigentlich  zu wissen mit wem - aber damit hatte ich quasi ein bisschen den "Druck" es wirklich durch zu ziehen. Dann bin ich auf die Seite "JOIN MY TRIP" (KLICK) gestoßen. Eine Seite auf der man kurz gesagt Reisepartner suchen kann. Also schnell meine Such Anzeige getippt (wo ich hin will, was mir wichtig ist, wer ich bin Blabla). Darauf folgten sogar echt viele Nachrichten und man hat mal hin und her geschrieben. Wirklich gepasst hat es aber nur mit einem Girl und zwar Leah. Leah und ich haben dann echt knapp sechs Monate hin und her geschrieben und zwei dreimal geskypt - wirklich das erste mal gesehen haben wir uns aber erst in Dresden und sind dann von da aus direkt die 4 Wochen zusammen gereist.

Ist es nicht komisch mit einer fremden Person zu reisen?

Um ehrlich zu sein nein, dass ganze war für mich eh schon ein Abenteuer warum dann nicht gleich den Faktor noch erhöhen? Außerdem hatten wir beide nichts zu verlieren, hätten wir uns nicht verstanden hätten wir die Reise einfach beide alleine weitergeführt. Eine richtige Freundschaft jedoch kann durch sowas echt kaputt gehen, also wenn man als Freunde die Reise antritt und sich auf einmal nicht mehr versteht (Kann, muss aber gar nicht kommt halt total auf die Personen an). Leah und ich haben uns von Anfang an einfach so gut verstanden und haben uns beide so super ergänzt. Ich habe alle Englisch Parts übernommen, sie hat die Karten gelesen. Ich habe die Routen rausgesucht, sie hat die Hostels rausgesucht. Und so sind wir in der Zeit so unglaublich zusammen gewachsen, mit super tollen schönen und ehrlichen Gesprächen. Heute ist sie eine unglaublich gute Freundin für mich!

Hast du deine gesamte Route schon vorher geplant?

Jein. In groben Zügen auf jeden fall, ich wusste wo es ungefähr lang gehen sollte und hatte auch einen ungefähren Zeitplan aufgeschrieben. Der Reiz an diesem Ticket liegt aber für mich darin, die Möglichkeit prinzipiell jeden Tag egal wohin weiter reisen zu können. So sind wir an machen Orten länger als geplant geblieben, wenn sie uns wirklich gut gefallen haben, an anderen schnell wieder weitergefahren weil es uns dort nicht gefallen hat. Grundsätzlich sollte man sich aber schon einen groben Plan machen was man alles sehen will um seine Zeit gut einteilen zu können.

Was war deine Reiseroute?

Prag - Wien - Budapest - Zagreb - Split - Krka National Park - Pula - Lake Bohinj - Rom - Tavernelle - Florenz - Marseille - Cassis 

Mir bzw. Uns war es einfach wichtig einen guten Ausgleich zu haben von Großstadt und Natur. Natürlich kann man auch noch mehr Großstadttrubel erleben, aber ich war beispielsweise nach Rom echt froh mal kurz wieder in einer kleineren Stadt zu sein weil es wirklich anstrengend ist. Zurück blickend kann ich sagen, dass ich die Menge an Orten genau richtig finde. Wir waren fast an jedem Ort mindestens 2-3 Tage oder haben in manchen fällen sogar noch verlängert, je nachdem wie es uns gefallen hat. Man sollte sich auf jeden fall nicht zu viel vornehmen, weil man sonst einfach viel zu viel Stress hat und die Städte nicht genießen kann. Also: weniger ist mehr!

Wo hast du übernachtet, und wann hast du deine Hostels oder Campingplätze gebucht?

Wir haben so ziemlich alle Unterkünfte ausprobiert. Angefangen haben wir mit einem Airbnb Apartment in Prag für drei Nächte für jeweils 50 Euro pro Person. Einfach aus dem Grund, weil wir uns beide erstmal kennen lernen wollten. In den Städten danach (Wien, Budapest) haben wir Couchsurfing gemacht. Dadurch haben wir in diesen zwei Städten schon mal gar nichts für die Unterkünfte bezahlt. Genau für die ersten drei Stops hatten wir im Vorfeld alles organisiert aber ab dann haben wir meistens immer zwei Tage vorher erst gebucht. Immer dann wenn wir genau wussten, wie es wo weiter hin gehen soll. Allerdings hatten wir auch wirklich immer Glück, da wir sogar in der Hochsaison gereist sind. Ich kann aber sagen, irgend einen Platz findet man immer (und sei es in einem winzigen Hostel in einem Wohnzimmer auf dem Boden). Die meiste Zeit haben wir allerdings gezeltet, und lediglich an drei Stops die Nächte im Hostel verbracht. Dort bieten sich dann am meisten Schlafsäle an, man kann natürlich auch echt Pech haben mit seinen Zimmer Genossen (Schnarcher ect) aber gleichzeitig hat man die Möglichkeit schnell neue Leute kennen zu lernen.

Kann ich bestimmte Unterkünfte empfehlen?

Also begeistert war ich am meisten von den Camping Plätzen in Slovenien am Lake Bohinj (KLICK) und in Split (KLICK). Beide Camping Plätze sind direkt am Wasser und haben super günstige Preise. Wer plant in Kroatien oder Slovenien Halt zu machen sollte dort unbedingt vorbei schauen!

Was war mein Highlight auf der Reise?

Puh, das ist echt super schwer. Es gab viel zu viele schöne Momente, auch ganz kleine banale die wahrscheinlich niemand anders toll finden würde. Was mich aber wirklich verzaubert hat war Slovenien. Gott, diese Natur ist so atemberaubend. Ich bin echt niemand gewesen der gerne Wandern gegangen ist, aber dort hat es einfach nur Spaß gemacht. Genau so schön sind die Buchten von Cassis, ein unglaubliches Gefühl auf den Klippen zu stehen und auf das blaue Meer zu gucken. Mein Highlight in Sachen Großstadt war auf jeden Fall Budapest (in Prag war ich vorher schon und find es immer noch klasse). Es ist super günstig dort und es gibt so viel zu sehen. Mein Tipp? Die langen Sommer Nächte lassen sich dort am besten mit einem günstigen Weißwein und einem Spaziergang zum 'Pool' mitten in der Innenstadt überstehen. Dort treffen sich viele junge Leute und die Atmosphäre ist echt super toll. 

Wie lange waren deine Zugfahrten ungefähr, und ist es nicht langweilig so viel Zeit im Zug zu verbringen? 

Ich glaube die längste Zugfahrt war tatsächlich von Slovenien nach Rom. Insgesamt waren es glaube ich 19 Stunden (wir mussten allerdings auch 4 Stunden in Ljubljana am Bahnhof campieren). Aber es kommt einem längst nicht so lange vor, und es sind auf unseren Zugfahrten immer so viele witzige Dinge passiert. Für mich aber unentbehrlich mein iPod mit meiner Musik - die ist eigentlich alles was ich brauche. Ein Vorteil ist auf jeden fall ein Nackenkissen (dicken Kuss an meine Freunde die mir meins zum Abschied geschenkt haben).Verhindert das Sabbern und das peinliche Wegknicken haha. Ansonsten einfach ein Buch mitnehmen, oder die Zeit mit Schlafen und guten Gesprächen verbringen.

Dinge von denen ich nicht geglaubt hätte, dass ich sie brauchen würde?

Müllbeutel. Ja genau, Müllbeutel. Die haben uns in Slovenien wirklich gefehlt, da wir auf Grund des Gewichtes keinen Regenschutz für unser Zelt mitnehmen wollten. Den Notfallregenponcho den meine Mutter mir noch eingepackt hatte (ich habe sie maßlos dafür ausgelacht) hat uns nur kurz trocken gehalten. Ich bin quer über den Campingplatz gerannt um Müllbeutel von der Rezeption zu bekommen haha. Außerdem vorteilhaft, ein Camping Kocher - zumindest wenn man auch vor hat auf der reise zu campen. Wir hatten keinen mit und haben uns die meiste Zeit wenn keine Küche in der Nähe war von Baguette, Frischkäse und Tomaten ernährt - ich kann mich noch genau erinnern wie wir nach diesen Tagen über die selbst gekochten Spaghetti mi Pesto her gefallen sind!! 

Ihr habt noch weitere Fragen, wollt vielleicht noch mehr über bestimmte Orte oder meine Ausrüstung wissen? Schreibt mir einen Kommentar, oder eine Direct Message bei Instagram! 


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Donnerstag, 31. Dezember 2015

SEITE 365

Behutsam klappe ich das rote große Notizbuch auf.  "Seite eins" steht in Großbuchstaben als Überschrift auf der ersten Seite. Ich blättere ein zwei Seiten, auf der Suche nach zwei ganz bestimmten Sätzen. Und dort stehen sie , ganz sauber einer sonst komplett leeren Seite: ,, Scheiß auf die Vorsätze, es wird genau so viel Wein getrunken und es werden genauso viele Nächte durchgetanzt. Mein einziger Vorsatz für dieses Jahr ist glücklich sein - egal wie, egal wo."


"Klick, Klack" macht es auf dem Asphalt und ich hab keine Ahnung wann ich das letzte mal Pumps getragen habe, aber der heutige Tag ist wohl definitiv Fußschmerzen würdig. Zeugnisvergabe - offizielle Entlassung aus der Schule. Ich stehe in einem Pulk von Freunden, die in den letzten Monaten zu besten Freunden geworden sind, zu meiner zweiten Familie. Auf uns wartet ein riesengroßer Tisch und ein chinesisches Buffet also verteilen wir uns auf die Autos um ein letztes Mal vom Parkplatz zu düsen. Der Motor summt, und aus dem Radio ertönt einer dieser Songs der das Gefühl von Freiheit in jedem einzelnen Ton widerspiegelt. Ein bisschen zu schnell fahren wir in Richtung Ausfahrt und dann höre ich neben mir von dem Beifahrer Sitz "Eins, zwei, drei" bis ich laut mitschreie "Abschlussjahr, Baby"!

Wenn ich den Regio nehmen würde wäre ich eigentlich schneller denke ich mir, entscheide mich aber doch für die S-Bahn weil ich es mag vor mich hin zu träumen. Mag es die Leute zu beobachten die ein und aussteigen, mag es darüber nachzudenken wo sie wohl gerade hinfahren. Unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Zielen. Der Herbst ist angekommen in Berlin und so verabschiedet sich die Sonne schon frühzeitig. Ich hebe meinen Kopf von meinem Buch und der Anblick trifft mich wie ein Schlag, denn es sieht aus als würde der Himmel brennen. Feuerrot erstrahlt er, ich weiß nicht wann ich jemals so einen wunderschönen Sonnenuntergang gesehen habe - in Deutschland zumindest. Nur ganz kurz wende ich meinen Blick von dem Fenster, denn oft habe ich das Gefühl, dass so viele Menschen blind für solche Momente geworden sind. Dieses mal ist es anders, der Mann gegenüber hat sein Buch zugeklappt und schaut raus. Die Frau rechts in dem Viersitzer packt so eben ihr Smartphone weg und guckt raus. Ja, der ganze Wagon kann seinen Blick gerade nicht von dem Himmel wenden. Alle Gesichter glänzen in einem rot, orangen Schimmer. So auch meins, als ich meinen Blick zufrieden wieder zum Fenster richte.

Die Tür fällt hinter mir ins Schloss und ich lasse kurzentschlossen meine Kopfhörer im Ohr. Ich laufe geradewegs zu meinem Zimmer, öffne die Fenster zum Hinterhof - laue Sommerluft strömt mir entgegen.  Und dann fange ich an zu tanzen. Die Dielen quietschen unter mir und einzig und alleine das Licht der Nachbarn wirft einen Schatten in mein Zimmer. Ich bin ein wenig verzaubert von dem Abend, und genieße es. Ich bin stolz auf mich einfach mal auf was neues eingelassen zu haben und stolz darauf nicht mehr in der Vergangenheit zu leben. In meinem Magen breitet sich ein Gefühl aus, welches sich kurze Zeit später in meinem ganzen Körper breit macht. Es macht mir Angst und gleichzeitig macht es mich glücklich. 

Ich kneife meine Augen zu, als ich in die Sonne trete und die Straße überquere. Männer in Anzug und schwarzen Aktentaschen laufen hektisch an mir vorbei. Einmal über die Straße und ein Blick auf die Uhr sagt mir das ich spät dran bin, und trotzdem verlangsam sich meine Schritte. Ich hebe meine Blick Richtung Himmel und warte auf einen ganz bestimmtem Moment, und da ist der. Der Moment in dem der Fernsehturm zwischen den hohen Gebäuden hervorragt. Jeden Morgen zaubert er mir aufs Neue ein Lächeln in Gesicht, denn er zeigt mir jeden Tag das es real ist. Das ich in der Stadt lebe, in die ich mich vor vielen Jahren verliebt hat. Er zeigt mir das ich angekommen bin, angekommen in einer Stadt in der ich mich mehr Zuhause fühle als irgendwo anders. 

Meine Mutter ist am Telefon, ich halte gerne Kontakt mit ihr auch wenn es nicht immer ganz so regelmäßig klappt wie sich das wahrscheinlich wünscht. "Sag mal, was wünscht du dir eigentlich zu Weihnachten", fragt sie mich neugierig. "Mhm, ich weiß nicht", antworte ich und nutze die kurze Stille um meine Gedanken kreisen zu lassen. Mit erstaunen stelle ich fest,  dass mir wirklich nichts einfällt. "Um ehrlich zu sein hab ich keine Wünsche mehr. Daddy und du habt mir dieses Jahr einfach jeden Wunsch erfüllt. Ja, also ich bin wunschlos glücklich da gibt es nichts was mir noch fehlt". Genau das ist der Moment in dem ich realisiere, dass ich es wirklich geschafft habe. Das ich glücklich bin. 


"Glücklich sein - egal wo, egal wie". Ich streiche vorsichtig über die schwarzen Druckbuchstaben bis ich das Buch wieder langsam schließe und zurück an seinen Platz lege. Wie letztes Jahr um diese Zeit liege ich in meinem Bett und wieder ziehe ich die Decke tief unter meine Nase und ziehe meine Beine ran. Doch dieses Jahr ist es anders, dieses Jahr möchte ich das der Tag ewig geht - das dieses Jahr ewig ist. Es gab kein Jahr in dem ich so glücklich war, kein Jahr in dem ich so zu frieden mit mir selbst war. Anfang des Jahres stand ich verloren vor meinem Spiegelbild und heute bin ich angekommen. Angekommen in der Stadt die ich liebe, angekommen bei Menschen die mich lieben. Angekommen bei mir selber. Ich entscheide selber wer oder was mich glücklich macht, versuche nicht alles zu überdenken und einfach spontan aus dem Bauch heraus zu entscheiden. Jeder Moment, jede neue Freundschaft hat mich bereichert dieses Jahr. Wer ich jetzt genau bin, weiß ich nicht. Aber ich bin gerade einfach nur glücklich mich erstmal selbst wiedergefunden zu haben. Wer ich sein werde nächstes Jahr weiß ich nicht, aber ich kann es kaum erwarten herausfinden. Also springe ich aus dem Bett und werfe die Arme hoch und tanze ein letztes mal durch dieses Jahr.


SOUNDTRACK FÜR 2015:
ALABAMA SHAKES - ALWAYS ALRIGHT, CLUESO - STADTRANDLICHTER, MODERAT - A NEW ERROR, BEN HOWARD - DEPTH OVER DISTANCE, BENNE - NIRGENDWOHIN, KATE NASH - MOUTHWASH, BONJAH - GO GO CHAOS, DAUGHTER - LANDFILL, M83 - WAIT (KYGO REMIX), THE KOOKS - IS IT ME, FINK - LOOKING TO CLOSELY, BEN HOWARD - SHE TREATS ME WELL (ROBIN SCHULZ BOOTLEG), DESIRE - UNDER YOUR SPELL, ANNENMAYKANTEREIT - 3.STOCK

MOMENTE DES GLÜCKS 2015

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Mein letzter Morgen mit dir...
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Mein erster Tag in Berlin - bin aus dem Strahlen nicht raus gekommen!
IMG_1277 KopieAbiball mit meinen Lieblingschaoten!
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Die Party nach dem aller letzten offiziellen Schultag meines Lebens!
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Ein wunderschönen Konzertabend, der mit einer ganz besonderen Person neben mir geendet hat.

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Ein Morgen in Rom, als ich nach Tagen im Zelt in sauberen Laken aufgewacht bin von der Sonne geweckt.
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Tage an der Uni, an denen ich einfach hinter dir herlaufe und unglaublich froh bin dich neben mir zu haben. Genau wie den ganzen Rest von uns.
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Der letzte Abend vor meiner Abreise, als meine Freunde eine Überraschungsabschiedsparty für mich geplant haben und wir um das Lagerfeuer gesessen haben und durch die Nacht getanzt haben.
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Kurz vor der Abreise als du gesagt hast das du stolz auf mich bist, und mich schweren Herzens hast gehen lassen, obwohl ich ganz genau wusste, dass du mich eigentlich gar nicht loslassen wolltest.
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Stellvertretend für alle Abende, die wir in dem kleinen Haus am See verbracht habt. Alle Abende an denen ich einfach zu euch gefahren bin und wir uns in den Armen lagen und geredet und gelacht haben.
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Der Abend in Slowenien, als wir beide einfach am See saßen und auf die Alpen geguckt haben. Als wir uns später die Schlafsäcke unter die Nase geguckt gezogen haben und in den Sternenhimmel geguckt haben und ich mir niemand anderen hätte neben mir vorstellen können.
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Für alle Stunden die auf der Straße, auf den Gleisen oder im Flugzeug verbracht habe. Die Stunden in denen meinen Gedanken umher geschwirrt sind und ich jeden einzelnen Sonnenuntergang auf der Fahrt zum nächsten Ziel genossen habe.
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Mein Traumkleid, für das ich selber gearbeitet habe. Das Traumkleid von dem ich seit Jahre in meiner Vorstellung geträumt habe, und der Moment als ich fertig vor meinem Spiegel stand und mich wohl gefühlt habe in meiner Haut.
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Sommertage an denen ich mit offenem Dach mit euch durch die Straßen gedüst bin und Daddy die Selfies für mich geschossen hat während Mama die Augen verdreht hat.

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Der Moment von Freiheit, als ich mich aus dem kleinen Zugfenster gelehnt habe während der Sommerwind meine Haare im Wind hat tanzen lassen.

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Als wir das letzte Mal vom Schulhof gefahren sind und laut "ABSCHLUSSJAHR BABY" geschrien haben.

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Die 7 Tage Bulgarien, die ich niemals vergessen werde. Die 7 Tage in denen wir zusammen in viel zu kleinen Betten geschlafen haben, Nächte durchgetanzt haben, Sonnenuntergänge beobachtet haben oder einfach nur gelacht haben bis wir Bauschmerzen hatten.
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Der Moment als ich meinen Mut zusammen genommen habe und von der Klippe gesprungen bin. Allgemein jede einzelne Sekunde die ich im Meer verbracht habe.
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Der Morgen nach dem Abiball als wir total fertig aber überglücklich um 8 Uhr Burger essen gefahren sind.
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Jede einzelne Autofahrt mit dir, bei der du mir mit deinem einmaligen Fahrstil ein Lächeln auf die Lippen zauberst. Und natürlich jede Autofahrt in der wir laut "Love me like you dou" mitgrölen.


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Der erste warme Abend im Frühling den wir alle zusammen am Strand verbracht haben.
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Jeder Tag an dem ich in unser Chaos WG aufwache. Die Abende die wir gemeinsam draußen oder in der WG Küche verbringen.
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Jeder Moment in dem ein Lächeln mein Gesicht erfüllt. Jeder Moment der mich 2015 so hat aussehen lassen! DANKE