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Sonntag, 5. Juli 2015

LONDON CALLING

Wir sitzen vor einem Hauseingang mit Blick auf den Oxford Circus. Die Autos sausen an uns vorbei während wir unsere Sandwiches essen. Von überall blinkt es und die Menschen tümmeln sich auf den Straßen. Kurze Zeit später laufen wir los und machen uns auf die Suche des Clubs, in den wir heute eingeladen sind. Ein wenig planlos laufen wir durch die vielen Straßen, bis unser Navi uns mitteilt das wir am Ziel angekommen sind. Wir heben unsere Köpfe und blicken auf eine schmale Gasse zwischen zwei Häuser, die nicht wirklich einladend sieht. Grauer Beton trifft auf heruntergelassene Fenstergitter, lediglich eine Tür steht offen. Vor ihr baut sich eine lange Schlange auf, die fast bis zur Ende der Gasse reicht. Am Eingang werden wir von  leichtbekleideten Damen begrüßt welche uns an die Hand nehmen und uns über stoffbezogene Treppenstufen nach oben führen. Ein süßlicher Duft steigt in meine Nase während meine Augen von Stufe zur Decke, zur Corsage der Frau vor mir driften. Die verschiedenen Eindrücke prasseln nur so auf mich ein und spätestens als ich dem ausgereckten Arm der leicht bekleideten Frau folge werde ich von den Eindrücken erschlagen. Wir blicken in einen rot belichteten Raum, in dem sich eine Bühne befindet vor der sich wiederum eine Art Laufsteg erstreckt. Rechts und links neben dem Laufsteg stehen viele Tische mit pompösen  und altmodischen Sitzbezügen. Im Hinteren Teil des Raumes befindet sich auf einer Empore die Bar an der schon die ersten Gäste stehen. Von der Decke wiederum hängen unzählige Kronleuchter, die vom Stuck umrundet sind und viele kleine Muster auf den Boden werfen. Zusätzlich sind die Wände durch rote elegante Vorhänge verkleidet. Wir werden zum ersten Tisch geführt und sind nun Teil dieser kleinen eigenen Welt. Ja, es ist hier wie eine kleine Welt. Wir sind umrundet von einer bunten Mischung von Menschen. Ein kleiner roter Raum gefüllt von Anzugträgern, Abendkleidern, Spitzenstrümpfen, und uns. Und so fliegt der Abend nur vor sich hin, wir werden Teil dieser Masse von Menschen die feiert als gäbe es kein Morgen. Sie alle lassen den Alltag hinter sich, verlieren sich in dem roten Licht, dem kleinen aber feinen Zauber der Nacht. Den Anzugträgern ist es egal, dass sie total aus dem Takt tanzen. Uns ist es egal, dass wir total underdressed sind. Auf einmal wird das Geschrei lauter und als ich mich umdrehe blicke ich in zwei Riesenwunderkerzen und eine Champagner Flasche, die von zwei in Armen in Seidenhandschuhen in die Luft Gehalt wird. Wir tanzen auf dem Laufsteg, spülen unsere trockenen Hälse mit Wodka-Cranberry und verdrängen den Schlafmangel. Wir singen laut die Lieder mit, rauchen auf der Terrasse unter einem klaren blauen Himmel und führen haufenweise Gespräche mit angetrunkenen Engländern. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass wir mittlerweile seit über 24 Stunden wach sind und erinnert mich dran, dass es langsam Zeit wird zu gehen. In dem typisch schwarzen Taxi düsen wir durch die nun leeren Straßen. Ein flüchtiger Blick nach links bringt mein Herz zum springen - ein Pastellleuchtender Morgenhimmel bildet den perfekten Hintergrund für die Schatten des London Eyes. Ich verliere mich ein wenig in diesem unglaublich schönen Sonnenaufgang und blicke in die zwei zufriedenen Gesichter neben mir. Wir tragen uns die letzten Stufen hoch, lassen uns ins Bett fallen, kuscheln uns zu dritt an einander und fliehen erneut von der Realität in unsere Träume.

Hachja, London war echt ein Traum. Genau an dem Tag als wir gekommen sind ist das Wetter besser geworden. 2 Tage sind nur einfach viel zu kurz, deswegen hoffe ich doch, dass ich London dieses Jahr noch einmal zu Gesicht bekomme.
Die letzte Woche kann ich mir definitiv als Pech Woche im Kalender dick anstreichen. Nachdem mein Handy baden gegangen ist, habe ich mich tagelang mit dem Apple Support rumgeschlagen um letztendlich mir dann doch selber ein neues Handy zu kaufen - das schrumpft es das Budget für Europa...haha. Aber da ich meine freie Zeit sinnvoll nutze und brav jeden Tag arbeiten gehe müsste das wohl alles klappen. Dennoch war diese Woche einfach wunderbar schön und witzig, da wir in der Schule übernachtet haben uns unseren Abistreich und die Abientlassung hatten - dazu dann aber im Laufe der Woche mehr! Einen wunderbaren Rest Sonntag euch allen da draußen xx


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