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Mittwoch, 15. Juli 2015

Ein Kompliment

Es ist 7.36 Uhr und ich sitze auf meinem Bett zwischen Briefen, Karten und vielen anderen Gschenken. Ich habe viel zu wenig geschlafen, was aber völlig egal ist. Es ist 7.36 Uhr und genau in acht Stunde werde ich im Zug sitzen mit meinem Rucksack und dem allem hier den Rücken kehren. Es ist 7.36 Uhr und ich bin gerade verdammt glücklich und genauso traurig aber vor allem dankbar solche unglaublichen Freunde zu haben, die wie für mich eine kleine Familie geworden sind. An dieser Stelle will ich einfach nur danke sagen.

A. : Danke an den Lockenkopf für die letzten neun Jahre die wir uns nun schon kennen. Danke an deine perfekte Musik, an deine Gastfreundlichkeit. Fast jeden Abend hast du uns allen Asyl in deinem viel zu kleinen Zimmer gewährt und mit uns einfach so durch die Nacht getanzt. Danke für dein Lachen und danke das du quasi vor jedes Wort 'sehr' setzt. Und danke für das eine ganz bestimmte Lied und dem Moment als wir beide einfach nur im Bett da gelegen haben ohne was zu sagen.

L. : Danke an das verpeilteste Lebewesen auf diesem Planeten. Danke dafür, dass du einfach immer noch viel zu schnell Nachts durch die Straßen fährst und mit mir egal wann und wo ganz laut "Love me like you do" mit gröllst - wirklich, egal wo wir gerade sind. Danke für das ganze Jahr Abholservice, weil ich mich gegen den Führerschein gewehrt habe und danke für den einen ganz besonderen Morgen im Auto nach einer durchfeierten Nacht, in der du mich von ganz Unten geholt hast und jede einzelne meiner Tränen weggewischt hast. 

M.: Danke an mein Mathegenie was mich so oft in den Stunden gerettet hat. Danke, dass du einfach nicht laut reden kannst und ich jedes mal für dich durch das Café schreien muss wenn wir bezahlen wollen. Danke dafür, dass ich meine Einsamkeit mit dir in meinem Bett teilen durfte und du die einzige Person bist, bei der ich durschlafen kann wenn sie neben mir liegt. Danke auch für all die Morgen an denen du verkatert bei mir aufgewacht hast und mich durch deinen Anblick zum Lachen gebracht hast. Und ganz besonders danke ich dir für den geteilten Hass für Relationshipgoals und Baes.

S.: Danke das du so heftig gechillt geworden bist. Danke für einen Morgen mit 1kg Schnitzel, Rhababar Joghurt und Country Potatoes. Danke für den ersten Sonnenaufgang in Bulgarien und die Gespräche. Danke für deinen unvergleichbaren Tanzstil, deinen heftigen Liedern und deine unglaublich ansteckende Lache. Und danke für jede einzelne Suchaktion nach deinem Iphone.

A.: Danke, dass ich dir in der 10. Klasse endlich die Augenbrauen zupfen durfte. Danke, dass du soviel aus dir gemacht hast und sogar ein bisschen erwachsen geworden bist. Danke für jede einzelne Tomatensuppe und danke für das Haare halten. Danke für's erinnern das ich glücklich seien soll und das mir das niemand nehmen kann. Danke für all die langen Gespräche und vor allem für deinen Rat mit dem ihr drei mich alle zusammen von nach oben gezogen habt. Danke dafür, dass du keine Geschichten erzählen kannst und vor allem danke für das Zopfgummi.

N.: Danke für die 10000 Umarmungen die ich von dir bekomme haben. Dank für dein süßes Grinsen und danke dafür das du dich immer über mich lustig machst und ich dich trotzdem auf jedes Foto ziehen darf. Danke für jedes  "ich hab dich lieb", was mir immer meinen Tag versüßt hat. Danke für deine Naturverbundenheit und die 150 Leva.

H.: Ich danke dir, dass du in meinem Pulli aussiehst wie 80. Ich danke dir für dein unglaubliches Talent zu reden. Für alle deine Geschichten über das andere Geschlecht. Dafür das du jede Aussage mit einem Beispiel belegen musst und dafür das du mich quasi in jeder Situation so unglaublich zum Lachen bringen kannst. Ich danke dir vor allem für die 11. Klasse in der ich ohne dich komplett aufgeschmissen gewesen wäre. Und als letztes Danke ich dir für deinen Haar Move auf dem Balkon und für deine unglaublich vielen Anspielungen.

A. : Danke das sich der Spitzname Axel etabliert hat und du ihn mit Fassung nimmst. Danke dafür, dass du dich so ausdrückst wie du es tust und mich deshalb jedes mal zum Lachen bringst. Danke, dass wir jetzt alle wissen wie du schläfst. Danke das du der Herbst bist und nicht der Sommer. Danke dafür, dass du dein Abi geschafft hast und ich stolz auf dich sein kann.

T.: Danke für den Schlumpfmeister. Danke für alle VLOGs die du gedreht hast und danke dafür das du einfach so bist wie du bist. Danke dafür, dass du Nachts um drei als einziger mit mir auf der Bank tanzt während alle anderen schon halb am schlafen auf der Couch hängen. Danke für das in Arm nehmen und das teilen der Selfie Sucht. Danke für das Immer da sein die letzten sechs Jahre. Und danke dafür das ich weiß wie du wirklich bist. 

Ich danke euch allen für den unbeschreiblich schönen Urlaub. Für all die Nächte die wir durchgetanzt haben und alle die Sonnenaufgänge die wir uns zusammen angeguckt haben. Ich danke euch für jeden Tag 3000000 Whatsapp Nachrichten, und für eure wunder, wunder, wunderschönen Bilder. Für all die sentimentalen Gespräche bei Wein und Zigarette. Ich danke euch dafür, dass ihr mich von ganz unten alle zusammen nach ganz oben geholt habt. Ich danke euch für eure Ehrlichkeit und für all die kleinen Momente in denen ihr einfach jeder für sich zu mir gekommen seid, mich ohne Grund in den Arm genommen habt und mir "Ich hab dich lieb" ins Ohr geflüstert habt. Ihr habt mir gezeigt, dass es ganz einfach sein kann dem anderen zu sagen was man für ihn empfindet und das die ganze Freundschaft dadurch so viel enger wird. Jeder einzelne hat so viel Einfluss auf mich gehabt und wird es auch haben wenn ich jetzt weg bin. Ihr seid alle wunderbar und das dürft ihr nie vergessen. Ich bin die erste die jetzt von uns abhaut und spätestens im Oktober sind wir alle komplett in Deutschland verteilt aber egal wie und wann wir uns wiedersehen, und egal ob wir uns nächsten Jahr noch genauso nah stehen wie jetzt die letzten Monate trag ich immer bei mir.

Es ist 13.08 Uhr und ich sitze immer noch auf meinem Bett. Inzwischen ist die eine oder andere Träne über mein Gesicht gerollt und ich habe ewig gebraucht um das hier zu schreiben weil ich nicht wusste wie ich all der wunderschönen Zeit in Worten gerecht werden kann ohne doch wirklich zu schnulzig zu werden. Außerdem habe ich viel zu viele Leute vergessen, aber glaubt mir ich hab euch alle bi mir. Es 13.08 Uhr und in einer Stunde fahre ich zum Bahnhof und ich bin glücklich und traurig zu gleich! DANKE 

Sonntag, 5. Juli 2015

LONDON CALLING

Wir sitzen vor einem Hauseingang mit Blick auf den Oxford Circus. Die Autos sausen an uns vorbei während wir unsere Sandwiches essen. Von überall blinkt es und die Menschen tümmeln sich auf den Straßen. Kurze Zeit später laufen wir los und machen uns auf die Suche des Clubs, in den wir heute eingeladen sind. Ein wenig planlos laufen wir durch die vielen Straßen, bis unser Navi uns mitteilt das wir am Ziel angekommen sind. Wir heben unsere Köpfe und blicken auf eine schmale Gasse zwischen zwei Häuser, die nicht wirklich einladend sieht. Grauer Beton trifft auf heruntergelassene Fenstergitter, lediglich eine Tür steht offen. Vor ihr baut sich eine lange Schlange auf, die fast bis zur Ende der Gasse reicht. Am Eingang werden wir von  leichtbekleideten Damen begrüßt welche uns an die Hand nehmen und uns über stoffbezogene Treppenstufen nach oben führen. Ein süßlicher Duft steigt in meine Nase während meine Augen von Stufe zur Decke, zur Corsage der Frau vor mir driften. Die verschiedenen Eindrücke prasseln nur so auf mich ein und spätestens als ich dem ausgereckten Arm der leicht bekleideten Frau folge werde ich von den Eindrücken erschlagen. Wir blicken in einen rot belichteten Raum, in dem sich eine Bühne befindet vor der sich wiederum eine Art Laufsteg erstreckt. Rechts und links neben dem Laufsteg stehen viele Tische mit pompösen  und altmodischen Sitzbezügen. Im Hinteren Teil des Raumes befindet sich auf einer Empore die Bar an der schon die ersten Gäste stehen. Von der Decke wiederum hängen unzählige Kronleuchter, die vom Stuck umrundet sind und viele kleine Muster auf den Boden werfen. Zusätzlich sind die Wände durch rote elegante Vorhänge verkleidet. Wir werden zum ersten Tisch geführt und sind nun Teil dieser kleinen eigenen Welt. Ja, es ist hier wie eine kleine Welt. Wir sind umrundet von einer bunten Mischung von Menschen. Ein kleiner roter Raum gefüllt von Anzugträgern, Abendkleidern, Spitzenstrümpfen, und uns. Und so fliegt der Abend nur vor sich hin, wir werden Teil dieser Masse von Menschen die feiert als gäbe es kein Morgen. Sie alle lassen den Alltag hinter sich, verlieren sich in dem roten Licht, dem kleinen aber feinen Zauber der Nacht. Den Anzugträgern ist es egal, dass sie total aus dem Takt tanzen. Uns ist es egal, dass wir total underdressed sind. Auf einmal wird das Geschrei lauter und als ich mich umdrehe blicke ich in zwei Riesenwunderkerzen und eine Champagner Flasche, die von zwei in Armen in Seidenhandschuhen in die Luft Gehalt wird. Wir tanzen auf dem Laufsteg, spülen unsere trockenen Hälse mit Wodka-Cranberry und verdrängen den Schlafmangel. Wir singen laut die Lieder mit, rauchen auf der Terrasse unter einem klaren blauen Himmel und führen haufenweise Gespräche mit angetrunkenen Engländern. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass wir mittlerweile seit über 24 Stunden wach sind und erinnert mich dran, dass es langsam Zeit wird zu gehen. In dem typisch schwarzen Taxi düsen wir durch die nun leeren Straßen. Ein flüchtiger Blick nach links bringt mein Herz zum springen - ein Pastellleuchtender Morgenhimmel bildet den perfekten Hintergrund für die Schatten des London Eyes. Ich verliere mich ein wenig in diesem unglaublich schönen Sonnenaufgang und blicke in die zwei zufriedenen Gesichter neben mir. Wir tragen uns die letzten Stufen hoch, lassen uns ins Bett fallen, kuscheln uns zu dritt an einander und fliehen erneut von der Realität in unsere Träume.

Hachja, London war echt ein Traum. Genau an dem Tag als wir gekommen sind ist das Wetter besser geworden. 2 Tage sind nur einfach viel zu kurz, deswegen hoffe ich doch, dass ich London dieses Jahr noch einmal zu Gesicht bekomme.
Die letzte Woche kann ich mir definitiv als Pech Woche im Kalender dick anstreichen. Nachdem mein Handy baden gegangen ist, habe ich mich tagelang mit dem Apple Support rumgeschlagen um letztendlich mir dann doch selber ein neues Handy zu kaufen - das schrumpft es das Budget für Europa...haha. Aber da ich meine freie Zeit sinnvoll nutze und brav jeden Tag arbeiten gehe müsste das wohl alles klappen. Dennoch war diese Woche einfach wunderbar schön und witzig, da wir in der Schule übernachtet haben uns unseren Abistreich und die Abientlassung hatten - dazu dann aber im Laufe der Woche mehr! Einen wunderbaren Rest Sonntag euch allen da draußen xx


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